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Traditionswanderung zum 03.10.2017

Wie in den vergangenen Jahren trafen sich Rotarier aus Meiningen mit den Clubs aus Bad Kissingen, Bad Salzungen, Hanau-Maintal, Schmalkalden, Schweinfurt, Sonneberg und Suhl, um auf einer gemeinsamen Wanderung der Deutschen Einheit zu gedenken.

Der Präsident Fritz Steigerwald stellte die Wanderung unter das Motto „Grenzgänger“ und hatte sich dafür den kleinen, ehemaligen Grenzort Birx im Dreiländereck ausgesucht. Nach Begrüßung und Kaffee waren alle aufgrund des hartnäckigen Regens froh, dass die Wirtsleute des Flechsenburger Hofs ihre Gasträume öffneten und allen Einlass gewährten.

 

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Besonders hervor hob Fritz Steigerwald dann die Besonderheit des Rotary Club Meiningen. Denn hier wird das Zusammenwachsen der beiden Teile Deutschlands seit Anbeginn gelebt. Die Mitglieder kommen aus Ost und West, arbeiten oder wohnen auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze und leben die Deutsche Einheit miteinander.

Fritz Steigerwald hatte für diesen Tag den sachkundigen Heimatforscher Gerhard Schätzlein gewinnen können, der mit seinem profunden Wissen und seiner großen Tatsachensammlung das diesjährige Thema „Grenzgänger“ den gespannten Zuhörern nahe brachte. Er berichtete von Republikflucht, von Deportation, dem Abriss der alten Birxmühle und Vorfällen mit Schusswaffengebrauch an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

 

Viele der Anwesenden aus Ost und West erinnerten sich durch die Geschichten um die Grenzziehung, Verstärkung der Grenzanlagen bis zur Undurchlässigkeit, Flucht und Tod an die lange Zeit des geteilten Deutschland.

Dann begab sich die Gruppe –die Sonne spitzte sogar zwischen den Wolken hervor- auf einem Teil des Friedenswegs, an dem Herr Gerhard Schätzlein mit den dortigen Informationstafeln maßgeblich beteiligt war. Die Wanderung endete am Hochbehälter des Grabenbergs, auf dem das DDR-Regime einen Wachtturm errichtet hatte, um die Mitbürger am Überschreiten der Grenze zu hindern. Insbesondere Erzählungen zur „Badehose“, eine 500 m lange und 200 m breite Ausbuchtung der ehemaligen Grenze nach Westen, die ihren Namen aufgrund ihrer Form erhielt, fesselten die Zuhörer. Schüsse, Mutproben auf dem ungesicherten Grenzstück der DDR und Verhaftungen zeugen von der Geschichte dieses Ortes.

Mit dem Besuch des Dreiländerecks durften die Rotarier ein Stück der unsäglichen Geschichte erleben, die ein Großteil der Anwesenden selbst erduldet hatte. Der Rückweg nach Birx war geprägt von den Gesprächen und Erlebnissen derer, die diese Zeit auf der jeweiligen Seite der Grenze selbst erlebt hatten und endete mit einem gemeinsamen Mittagessen. Ein besonderer Dank gilt Herrn Schätzlein, der erst zum guten Gelingen dieses Tages beitrug.

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